Ich wünsche euch einen wundervollen Nikolaustag und hoffe, ihr hattet eine Kleinigkeit in euren Stiefeln. Bei mir war der Nikolaus freundlich und hat mir ein Buch und einen niedlichen Schlüsselanhänger geschenkt. Ich bin schon gespannt, wobei es eher ein Sachbuch ist und vielleicht eine Art Vorbereitung für eine Geschichte, die ich unbedingt schreiben möchte.
Heute Abend habe ich meine Weihnachtslesung in meiner Heimatstadt und ich freue mich schon sehr darauf. Bradley und ich sind wahnsinnig aufgeregt :)))
Wie verbringt ihr den Samstag? Ich hoffe, ihr könnt den Tag genießen.
Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit den ersten drei Kapitel meiner diesjährigen Adventskalendergeschichte.
Kapitel 1
«Ist dir bewusst, dass wir den ganzen Dezember Urlaub machen könnten?»
Ich gebe meinem Stuhl Schwung, um mich von der großen Fensterfront mit Blick auf das Büro gegenüber, zurück zum Schreibtisch zu drehen. Dabei fand dort, nur eine Etage unter uns, ein großes Meeting statt und der Kerl im Anzug, der vor dem Whiteboard stand, sah verdammt heiß aus.
Auf der anderen Seite meines Schreibtisches schaut mich Alexander, mein Assistent, mit einem breiten Grinsen an. Ich weiß nicht wieso, aber vom ersten Moment an wirkte Alexander wie ein Weihnachtself auf mich. Dabei hat er weder spitze Ohren noch ist er ungewöhnlich klein, aber dieses Lächeln, die wilden dunklen Locken und die unglaublich blauen Augen ... Natürlich habe ich ihn vor zwei Jahren wegen seiner Qualifikationen eingestellt und nicht wegen seines Aussehens, aber verdammt, wenn er mich mit diesem frechen Grinsen anschaut, dann flippt mein Herz ein bisschen aus. Dabei habe ich mir jegliches Aufflammen von Gefühlen ihm gegenüber verboten. Er ist mein Angestellter und er ist perfekt in seinem Job.
«Was meinst du mit Urlaub?» Ich reiße mich von seinem Anblick los und mustere stattdessen den Bildschirmschoner meines Laptops.
«Brauchst du eine Definition für den Begriff?» Die Spur Sarkasmus in seiner Stimme bringt mich dazu, wieder aufzuschauen.
«Nur im Bezug auf den Dezember.» Ich verschränke die Arme und lehne mich in meinem bequemen Stuhl nach hinten.
«Wir haben quasi alle Aufträge erledigt. Die Betaphase für die Bank beginnt erst im Januar. Max und Anton liegen in den letzten Zügen mit der Programmierung für das Umweltamt und die Rückmeldungen für das Geheimprojekt erwarten wir ebenfalls nicht vor Januar und ... »
«Schon gut», unterbreche ich ihn, denn mir sind die Termine bekannt. «Aber deshalb bleiben wir nicht den ganzen Dezember zu Hause. Es gibt immer etwas zu tun.»
«Zum Beispiel Weihnachten zu feiern», kontert er.
«Aber nicht einen ganzen Monat!» Allein die Vorstellung ist absurd. Vier Wochen allein in meiner Wohnung. Ein Schauer rinnt über meinen Rücken.
«Es gäbe da noch eine Alternative.» Alexander lächelt erneut auf diese Weise, die ein unangemessenes Kribbeln in meinem Unterleib verursacht. Verdammte Grübchen!
«Ich höre», brummle ich, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ich tatsächlich hören möchte, was er zu sagen hat.
«Wir könnten zusammen deine Weihnachtsbaumplantage besuchen.»
Kapitel 2
Die Worte hallen in meinem Kopf wider. Ich starre Alexander entsetzt an.
«Ich meine es ernst», sagt er und mit diesem verdammten Lächeln. «Seit zwei Jahren drückst du dich darum. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt.»
«Es ist niemals ein guter Zeitpunkt dafür», behaupte ich und reibe mir über die Stirn, hinter der ein schmerzhaftes Pochen beginnt. «Ich kümmere mich doch um alles, zeichne die Bilanzen ab, treffe alle wichtigen Entscheidungen und sorge dafür, dass alles so weiterläuft wie immer.»
«Denkst du nicht, dass du trotzdem mal persönlich ...»
«Ich war seit sieben Jahren nicht mehr dort. Ich habe auch nicht um das Erbe gebeten. Eigentlich hätte ich es ablehnen sollten.» Der Gedanke fühlt sich an wie ein Pflaster, das zu früh von einer Wunde gerissen wird. Es ist immer noch viel zu früh.
«Trotzdem hast du es angenommen», stellt Alexander fest. «Außerdem habe ich gehört, dass der Weihnachtsmarkt dort einer der schönsten im ganzen Land sein soll. Romantisch, weihnachtlich und ...»
«Alexander», knurre ich ungehalten. «Gibt es einen Grund, weshalb wir dorthin fahren sollten? Ein Problem?»
«Du hast Zeit.»
Ich drehe mich von ihm weg und starre aus dem Fenster. Das Meeting drüben scheint vorbei zu sein. Der Raum ist leer, abgesehen von dem heißen Kerl. Er sitzt am Tisch und trinkt Kaffee.
«Vier Wochen Ruhe und Erholung. Weihnachtliche Genüsse und Tannenbäume.»
«Eine Woche.»
«Drei Wochen.»
«Eine Woche.»
«Wenigstens zwei Wochen.»
«Eine Woche!»
«Mir scheint, du weißt nicht, wie Feilschen funktioniert. Du musst mir entgegenkommen und nicht stur auf dieser einen Woche beharren.»
Ich drehe mich zurück und schaue ihn überheblich an. Mehr als eine Woche bekommt er von mir nicht. Eigentlich will ich nicht einen einzigen Tag dort verbringen, aber Alexander hat recht. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um die Plantage zu besichtigen.
«Eine Woche», stelle ich klar.
Alexander seufzt tief und nickt schließlich. «Und du nimmst mich mit?»
«Ohne dich fahre ich da auf gar keinen Fall hin. Buche bitte ein Hotel in der Stadt.»
«Aber du hast doch dieses Häuschen ...»
«Ein Hotel!», wiederhole ich ernst.
«Okay, dann ein Hotel für zwei Wochen?» Er flitzt lachend aus meinem Büro.
Worauf habe ich mich da nur eingelassen?
Kapitel 3
«Es ist zauberhaft hier.» Alexander springt, kaum dass das Auto vor dem Hotel anhält, aus dem Wagen und dreht sich, übermütig wie ein Kind im Kreis.
Ich steige ebenfalls aus und Erinnerungen prasseln wie ein Hagelsturm auf mich ein. Es war keine gute Idee. Das Hotel, das ein ehemaliges Stadtschloss ist, steht direkt am Marktplatz, wo bereits die Weihnachtshütten aufgebaut sind. Ein riesiger Weihnachtsbaum thront neben dem Rathaus und der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein hängt in der eiskalten Luft.
Fred, mein Fahrer, öffnet den Kofferraum und verlässt ebenfalls den Wagen.
«Sobald wir eingecheckt haben, kannst du zurückfahren.» Ich hänge meine Laptoptasche über die Schulter. Natürlich habe ich während der Fahrt gearbeitet und ich werde auch in den nächsten Tagen nicht damit aufhören.
«Es gibt da etwas ...»
«Lass uns erst mal einchecken», unterbreche ich Alexander «Ich brauche dringend ein Klo.»
«Aber es ist wichtig.»
«Nicht so wichtig wie ein Toilette», erwidere und gehe eilig voran in die Hotellobby, die wie ein Weihnachtswunderland wirkt.
Ein üppig geschmückter Baum steht rechts von der Rezeption.
Der Duft von Orangen und Zimt liegt in der Luft und dezente Weihnachtsmusik sorgt für eine angenehme Atmosphäre.
Zielstrebig gehe ich auf die Frau hinter dem Tresen zu. Sie lächelt mich erwartungsvoll an.
«Herzlich willkommen im Stadtschloss. Was kann ich für Sie tun?»
«Wir haben zwei Zimmer gebucht. Mein Name ist Englert. Leon Englert.»
Sie tippt auf der Tastatur herum, dann verrutscht ihr Lächeln und sie runzelt die Stirn.
«Leon», flüstert Alexander mir zu, aber ich beobachte nur die Rezeptionistin. Sie schaut mich an, buchstabiert meinen Nachnamen und betrachtet dann erneut den Bildschirm.
«Tut mir leid, Herr Englert. Wir haben hier keine Reservierung auf ihren Namen. Hatten sie eine Reservierungsbestätigung von uns bekommen?»
«Hatten wir?», frage ich Alexander, dessen Wangen erstaunlich rot sind. Er kaut auf seiner Unterlippe herum, als hätte er ein schlechtes Gewissen.
«Ich glaube nicht», murmelt er kaum hörbar.
«Also hast du vergessen, das Hotel zu buchen?» Ich runzle die Stirn, denn das ergibt überhaupt keinen Sinn. Er wollte doch unbedingt herfahren.
«Dann würde ich gern zwei Zimmer buchen.»
«Das ...» Sie räuspert sich und schaut mich mitleidig an. «Das geht leider nicht. Wir sind in der Weihnachtszeit komplett ausgebucht.»
Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare vom vergangenen Wochenende. Ich habe mich riesig gefreut, dass so viele hier auf dem blog dabei sind.
Das HSN/Weltaidstag- Bundle hat gewonnen:
Carmen
Herzlichen Glückwunsch!
(bitte schick deine Adresse an nachricht[at]karostein.de)


Kommentar schreiben
Carmen (Samstag, 06 Dezember 2025 12:19)
In meinem "Stiefel" war ein Adventskalender.
Den bekomme ich seit nun mehr als 25 Jahren zum Nikolaus. Nachdem meine Mama mal verschwitzt hatte uns die Kalender zum 1. zu geben, weil man mit fast 20 ja schon zu alt für sowas ist �
Den Tag verbringe ich ganz gemütlich mit meiner Familie und freu mich darüber, dass dieser Tag für die Kleinen noch etwas ganz besonderes ist.
Ich wünsche euch allen einen schönen Nikolaustag und 2. Advent ���
Karin Bill (Samstag, 06 Dezember 2025)
Ach schön!
Ich lese ja täglich mit und hier nochmal im ganzen.
Das ist schon ein liebes Ritual geworden �
Habt alle einen schönen Nikolaustag und ein wunderbares Wochenende!
liebe Grüße, Karin
Susan (Samstag, 06 Dezember 2025 14:33)
Herzlichen Glückwunsch an Carmen.
Ich wünsch euch einen schönen Nikolaustag.
Mein Nikolaus kam gestern Abend schon in Person vom Paketboten.
Anja Hoffmann (Samstag, 06 Dezember 2025 14:48)
Erst einmal herzlichen Glückwunsch Carmen.
Ich hatte nichts im Stiefel, aber das ist nicht schlimm. Den heutigen Tag werde ich ganz gespannt allein verbringen, und zwar mit einem guten Buch und einer Kanne Tee.
Habt alle ein schönen Tag und morgen einen schönen 2. Advent.
Liebe Grüße, Anja
PS: Vielen Dank Karo für den tollen Kalender
Piccolo (Samstag, 06 Dezember 2025 18:10)
Guten Abend liebe Karo,
vielen Dank für die ersten drei Kapitel der Geschichte.
Leon ist ein Arbeitstier und hat offenbar so gut wie kein Interesse an seinem Erbe. Er managt es aus der Ferne und gut ist. Alexander sieht das offenbar anders. Ich wette, er hat mit Absicht keine Zimmer gebucht, weil es das Haus gibt, in das Leon nicht will.
Alexander führt eindeutig etwas im Schilde.
Schönen Nikolausabend noch und bis morgen.
LG Piccolo
Anna (Sonntag, 07 Dezember 2025 23:09)
Liebe Karo,
ich hoffe du hattest einen schönen 2. Advent.
Danke das du uns jedes Jahr einen Adventskalender schenkst, ich freue mich sehr.
LG Anna